Weihnachten in der Schweiz
Das wichtigste kirchliche (Familien-)Fest, das in der ganzen Schweiz
gefeiert wird, findet an Weihnachten statt. Zu diesem Anlass gehören
meistens ein geschmückter Weihnachtsbaum, ein gutes Essen im Familien-
oder Freundeskreis, das Austauschen von Geschenken und mancher orts auch
das Singen von Weihnachtsliedern sowie das Vorlesen der
Weihnachtsgeschichte.
Aber wussten Sie:
83 % der Schweizerinnen und Schweizer mögen Weihnachten. 71 % feiern zu Hause und das an Heiligabend (80 %) und am 1. Weihnachtstag (58 %). Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Werbeagentur Jung von Matt/Limmat.
Das Festmahl darf variieren: Über 50 % schätzen aber ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller. 58 % geben an, dass sie sich über Weihnachten stets überessen.
Der Baum ist gemäss Umfrage meist mit Kugeln in den Farben Gold, Silber und Rot geschmückt. Lieder singen nur 43 %. Am beliebtesten sind die Titel "Stille Nacht" (70 %), "Oh du Fröhliche" (57 %) und "Oh Tannenbaum" (39 %).
Advent
Die Adventszeit, die vier Wochen vor dem Heiligen Abend beginnt, dient
eigentlich der Besinnung im Hinblick auf die Geburt Christi. Das
hektische Weihnachtsgeschäft drängt diesen ursprünglichen Sinn des
Advents jedoch zuweilen in den Hintergrund.

Um den Kindern das Warten auf das Weihnachtsfest in dieser Zeit etwas
angenehmer zu gestalten, gibt es Adventskalender mit 24 Fenstern,
hinter denen sich Überraschungen - oft sind es Szenen aus der
Weihnachtszeit - verbergen. Vom ersten bis 24. Dezember können die
Kinder jeden Tag ein solches Fenster öffnen.
Diese Kalender, die auch aus einer nummerierten Reihe von kleinen
Geschenken bestehen können, gehören ebenso zur Adventszeit wie die
Adventskränze, auf die vier Kerzen gesteckt sind. Am 1. Adventssonntag
wird eine Kerze angezündet, am zweiten zwei, am dritten drei und kurz
vor Weihnachten brennen dann alle vier Kerzen dieses Kranzes.
Samichlaus (St. Nikolaus)
Am 6. Dezember wird der Tag des St. Nikolaus ('Samichlaus' in der
Deutschschweiz) gefeiert. Dies ist vor allem ein Fest für die Kinder.
Der
Samichlaus trägt einen roten Mantel mit Kapuze und einen langen weissen
Bart und wird meistens von einem dunkel gekleideten 'Schmutzli'
begleitet. Samichlaus und Schmutzli kommen am Abend des 6. Dezembers zu
den Kindern nach Hause (wenn sie von den Eltern aufgeboten worden
sind), besuchen Schulen und Kindergärten und tragen einen Sack voller
Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen und anderer Leckerbissen mit sich.
Die Kinder üben für diesen Tag spezielle Samichlaus-Sprüche, die sie dann aufsagen und dafür mit den Leckereien belohnt werden.
Auch
eine Rute haben sie dabei, um die 'bösen' Kinder zu bestrafen, doch
diese kommt nie zum Einsatz. Früher wurde unartigen Kindern damit
gedroht, der Samichlaus nehme sie in seinem Sack mit in den Wald, wenn
sie nicht gehorchten. Heute gilt der Samichlaus jedoch vor allem als
lieber alter Mann, der Geschenke bringt.
Weibliche Pendants
zum Samichlaus gibt es im italienischsprachigen Tessin (Befana) und in
der französischsprachigen Westschweiz (Chauche-vieille). Im Tessin
hängen die Kinder am Abend des 5. Januar Socken auf, die dann am
nächsten Tag entweder mit Leckereien (für die 'lieben' Kinder) oder mit
einem Stück Kohle (für die 'bösen' Kinder) gefüllt sind.
Heiliger Abend
Der Abend des 24. Dezember gehört in den meisten christlichen
Haushalten der Familie. Neben dem gemeinsamen Essen und Singen von
Weihnachtsliedern ist vor allem für die Kinder das Verteilen der
Geschenke an dieser Feier ganz wichtig.
Ebenfalls
zum Fest gehört ein mit Kugeln und Wachskerzen (elektrische Kerzen
haben sich in der Schweiz nicht durchgesetzt) geschmückter
Weihnachtsbaum.
Nach der Feier im familiären Kreis ist es
vielerorts Brauch, gemeinsam die Mitternachtsmesse (in katholischen
Kirchen) oder den Mitternachtsgottesdienst (in protestantischen
Kirchen) zu besuchen. Viele Menschen, die sonst ihren Glauben
vorwiegend ausserhalb der Kirchen leben, sind am Heiligen Abend in der
Kirche anzutreffen.
Dank ihrer Mehrsprachigkeit und ihrer Lage im Zentrum Europas verfügt
die Schweiz über eine reiche Überlieferung von Weihnachtsliedern.
Bilder: Unbekannt / Chlausgesellschaft Zürich, Text: swissworld
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