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Montag, 20. Mai 2013
 
 
Wissenswert Nr. 2/2009 PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 26. Februar 2009
ImageDas Bankenwesen in der Schweiz entwickelte sich mit der zunehmenden Geldwirtschaft in den aufblühenden Städten des Spätmittelalter, zunächst beherrscht von Lombarden , Kawertschen und Juden.

Vom ausgehenden 14. Jh. an verzichteten die Stadtrepubliken jedoch nach und nach auf deren Dienste. Einige Städte - wie etwa Luzern 1383 und Zürich 1419 - richteten, meist auf befristete Zeit, amtllichen Wechselstuben ein, die sogenannten Stadtwechsel. Andere wiederum begnügten sich mit der Einrichtung einer dem Seckelamt angeschlossenen Verwaltungsstelle.

wechsler
Die vom Rat ernannten amtllichen Wechsler (Goldschmiede, Münzmeister) kontrollierten das umlaufende Geld, wechselten verschiedene Währungen und vergaben Kredite . Der Gewinn ging zu gleichen Teilen an Stadt und Wechsler. Im 15. Jahrhundert zeichnete sich in der Schweiz wie im übrigen Europa eine Tendenz zur Kommunalisierung der Banken ab.

Eine wachsende Verflechtung zwischen den Städten in der Schweiz und in benachbarten Regionen förderte das wechselseitige Darlehens- und Anleihengeschäft. Das Kapitalangebot nahm insgesamt zu, umso mehr, als es die Bürger zu Wohlstand gebracht hatten (Kapitalmarkt ). Gleichzeitig vollzog sich ein entscheidender struktureller Umbruch beim Bodenkredit (Grundpfandrecht ).

Die bis anhin "ewige" grundpfandgesicherte Rente wurde ablösbar und damit einem langfristigen Darlehen vergleichbar. Dadurch näherten sich die hohen Zinsen (33-43%) der kurz- und mittelfristigen Kredite bei Juden oder Lombarden und die tiefen Zinssätze (bereits 1380 meist bei 8%) der langfristigen Hypothekardarlehen allmählich einander an.

Das Kleinkreditgeschäft gegen Pfand büsste für die Bankiers an Attraktivität ein, blieb aber aufgrund seiner gesellschaftlichen und wirtschaftlichen. Bedeutung ein lokales oder regionales Betätigungsfeld der Stadtwechsel und Seckelämter.

Der internationale Zahlungsverkehr (z.B. der Apostol. Kammern in Rom bzw. Avignon) blieb den italienischen Privatbankiers, insbesondere aus Florenz oder Lucca, vorbehalten. Diese hatten im 14. Jh. die Messestadt Genf, die 1420-64 eine Blütezeit erlebte, in ihr europäische Netz eingeflochten.

Einige italienische Häuser, namentlich die de Medici, unterhielten 1431-38, während des Basler Konzils, Niederlassungen in Basel. Die Auflösung des Konzils und der Aufstieg von Lyon zum neuen Messezentrum bewog sie, zuerst Basel und später auch Genf aufzugeben.

Dies beeinträchtigte jedoch die Entwicklung der lokal und regional tätigen Bankhäuser in den vielen Schweizer Städten nicht, ebenso wenig das internatinalen Geschäft der Basler und St. Galler Kaufleute, die für den Umlauf ihrer Wechsel über ein eigenes, gut ausgebautes Netz verfügten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden grosse Industriebanken, welche ihr Kapital von privaten Aktionären erhielten und so in der Lage waren, viele ehrgeizige Projekte zu unterstützen.

Da die grossen Industriebanken nicht an der Verwaltung kleinerer Summen interessiert waren, entstanden für die Handwerker und Bauern Genossenschaftsbanken und Sparkassen.

Die Schweizerische Nationalbank wurde 1907 gegründet.

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Die SNB wurde 1905 gegründet und nahm 1907 ihre Tätigkeit auf. Die meisten anderen europäischen Staaten hatten im Verlauf des 19. Jahrhundert eigene nationale Zentralbanken errichtet oder bestehende private Banken in solche umgewandelt: Frankreich 1800 (Banque de France), Österreich 1816 (Privilegierte Österreichische Notenbank), Deutschland 1875 (Reichsbank), Italien 1893 (Banca d'Italia).

Zusammen mit den USA, die erst 1913 das Federal Reserve System schuf, war die Schweiz einer der letzten Industriestaaten, der eine nationale Zentralbank schuf.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, HLS, www.hls.ch / Schweizerische Nationalbank, SNB, Bern - www.snb.ch

 
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